Digitalisierung

Mercuri Urval Zukunftsdialog:
Raus aus der Angst, rein in den Mut!

By Florian Schmitz

Im September 2019 fand in Kooperation mit der IHK Wiesbaden der 3. Mercuri Urval Zukunftsdialog statt. Der Zukunftsdialog stand in diesem Jahr unter der Überschrift: „Mensch – Digitalisierung – Industrie 4.0". Dazu konnten Florian Schmitz, Senior Consultant bei Mercuri Urval, und Christine Lutz, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Wiesbaden und verantwortlich für den Bereich Bildung, rund 50 Gäste im Erbprinzenpalais in Wiesbaden begrüßen. Mit Jörg Recklies, Vice President und General Manager von Infineon in Regensburg, konnten die Organisatoren einen hochkarätigen Key Note Speaker gewinnen. Die beiden Gastgeber diskutierten im Anschluss an den Vortrag mit Jörg Recklies – und natürlich mit dem Publikum.

Jörg Recklies ist Betriebsleiter des Infineon-Standortes Regensburg und man kann ihn mit Fug und Recht als Ingenieur mit Leib und Seele bezeichnen. Als Fertigungsleiter Infineon Dresden revolutionierte Jörg Recklies eine dem globalen Wettbewerb ausgesetzte Produktion, indem er durch die Einführung von Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen eine ganz neue Fertigung im Sinne der Industrie 4.0 schuf. Durch den Einsatz neuer Technologien und Robotertechnik hat er eine Arbeitswelt geschaffen, in der Menschen, Maschinen und Prozesse in einer hochkomplexen Fertigungswelt digitalisiert und vernetzt zusammenarbeiten. Als weltweit modernster Produktionsstandort gilt Infineon Dresden heute als Benchmark für den Wettbewerb der verarbeitenden Industrien. Die renommierte Fachzeitschrift „Produktion" und die Unternehmensberatung A.T. Kearney zeichneten seine Arbeit in der Kategorie „Standortsicherung durch Digitalisierung" als „Fabrik des Jahres" aus. Zudem erhielt das Unternehmen Infineon zahlreiche Preise, wie den „Game Changer"-Award des Manager Magazins.


Jörg Recklies (re.), Vice President und General Manager des Halbleiter-Herstellers Infineon in Regensburg, hielt auf dem 3. Mercuri Urval Zukunftsdialog eine Key Note zum Thema „Mensch – Digitalisierung – Industrie 4.0“. Danach diskutierte er mit unserem Senior Consultant Florian Schmitz und den Gästen über die Chancen der Digitalisierung und wie Unternehmen sie nutzen können.

In seiner Key Note führte Jörg Recklies die wichtigsten Komponenten der Smart Production von Halbleitern bei Infineon aus, die heute unter anderem in Smartphones und Autos bei Mikrofonen, Airbags, Navigationssystemen, Sensoren und im Motor verbaut werden. So gewinnen Mensch-Maschine-Schnittstellen, die Automatisierung, erweiterte Analyse- und Kontrollfunktionen, künstliche Intelligenz und Maschinenlernen an Bedeutung. Aber auch Mitarbeiterschulungen sind wichtig, denn die Menschen müssen zur Zusammenarbeit mit intelligenten Maschinen und deren Funktionen befähigt werden. Dabei wirkt sich die Digitalisierung positiv auf die Operational Excellence aus und beschleunigt die Time-to-Market, also die Dauer der Produktentwicklung bis hin zur Einführung im Markt. Das ist nicht nur vorteilhaft für die Kunden, sondern stärkt die Wettbewerbsposition von Infineon.

Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation ist für Recklies die zielgerichtete Personalentwicklung und Weiterentwicklung in Bezug auf Führung und Change Management. Im Rahmen der digitalen Transformation wird eine Datenschicht über die physische Welt gelegt. Die sich aus dieser Datenschicht ergebenden Herausforderungen und Chancen zu verstehen und gewinnbringend zu nutzen, ist die Aufgabe von Digital Leadern. Es geht bei diesem Prozess aber nicht nur um Technik, sondern auch um die Menschen als Mitarbeiter. Die sozialpsychologischen Arbeitsbedingungen ändern sich enorm und dürfen im Prozess des Wandels nicht vernachlässigt werden. Für Führungskräfte und Mitarbeiter sind neben neuen Qualifikationen und Kompetenzen vor allem auch neue Organisationsstrukturen und Führungsmethoden sowie flexible Arbeitszeitsysteme erforderlich.

Fazit

Das Beispiel Infineon zeigt, dass die Frage nach der Rolle des Menschen in der digitalen Transformation von den Unternehmen positiv und ohne Angst beantwortet werden kann. Dazu braucht es den Mut, den Menschen als Treiber des Transformationsprozesses in den Mittelpunkt zu stellen. Anstatt zu fragen, welche Probleme und Sorgen die Digitalisierung den Unternehmen und ihren Mitarbeitern bereitet, sollte stattdessen gefragt werden: Für welches Problem unserer Kunden ist Digitalisierung die Lösung und wie können wir es mit unseren Mitarbeitern umsetzen? Gerade in hart umkämpften Märkten – und welcher Markt ist in einer globalisierten Wirtschaft nicht hart umkämpft – bietet die Digitalisierung die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der Produktionsstandorte in Deutschland und in Europa zu steigern. Gerade deswegen befindet sich Infineon auf Wachstumskurs.

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